Neu erschienen

Kurt Leimer und Richard Strauss – Virtuose Klavierkonzerte für die linke Hand allein

Brillante Pianistik und stilistische Offenheit - Gilles Vonsattel Solist, Berner Symphonieorchester, Mario Venzago Leitung

Nach fast 70 Jahren seit der Einspielung durch den Komponisten selbst unter der Leitung von Herbert von Karajan präsentiert Schweizer Fonogramm eine Neuaufnahme des Klavierkonzerts für die linke Hand allein von Kurt Leimer (1920 – 1974). Der u.a. von Furtwängler geförderte hochbegabte Pianist, spätere Mozarteum-Dozent und international renommierte Virtuose geriet während des 2. Weltkriegs in Gefangenschaft, kam dort mit Jazzmusik in Berührung und schrieb für einen kriegsverletzten Kollegen schliesslich sein Klavierkonzert für die linke Hand allein, wobei Kurt Overhoff insbesondere die Orchestrierung unterstützte. Das stilistisch vielseitig vereint zahlreiche Elemente aus Romantik, Impressionismus, Ragtime in sich und ist gespickt mit übermenschlich schwieriger Einhand-Pianistik. Das einsätzige Konzertstück stellt nicht nur handwerklich, sondern auch gestalterisch höchste Ansprüche an die Interpretation. Der Kontext zwischen Virtuosität und Kriegsversehrung, hier allerdings in Bezug auf den ersten Weltkrieg, prägt auch die Entstehungsgeschichte des Panathenäenzugs op. 74 von Richard Strauss (1927), der das Werk dem kriegsverletzten Pianisten Paul Wittgenstein widmete. Als der betagte Komponist den jungen Kurt Leimer in den 40er Jahren mit dem Panathenäenzug hörte, war er begeistert von dessen Spiel und erlaubte ihm ein paar Anpassungen des Soloparts, die in der vorliegenden Aufnahme Eingang fanden. Die Studioaufnahme fand im September 2020 unter Covid-Schutzmassnahmen in Bern statt, die beiden Soloparts übernahm der schweizerisch-amerikanische Pianist Gilles Vonsattel. Mit Unterstützung der Kurt Leimer Stiftung.

Sinfonien Nr. 3, Nr. 6 und die symphonische Suite Die Alpen des Schweizer Komponisten Joseph Lauber (1864 – 1952)

Das Volumen II von Laubers Sinfonik ist da! Weltersteinspielung.

Im Volumen II der Lauber-Reihe präsentieren Kaspar Zehnder und das Sinfonie Orchester Biel Solothurn weitere sensationelle Neuentdeckungen des Schweizer Komponisten, Pianisten, Dirigenten und Kompositionslehrers von Frank Martin. Mit der 3. Sinfonie und der symphonischen Suite ‘Die Alpen’ aus dem Jahr 1896/97 zeigt Lauber eine kompositorisch in Handwerk, Sentiment und Energie perfekt ausgewogene Meisterschaft. Während die im Todesjahr von Bruckner komponierte Dritte alle Ansprüche an eine romantisch durchglühte sinfonische Bekenntnismusik anstrebt, verwendet er in ‘Die Alpen’ bewusst helvetische Volkslieder und fügt im Finale sogar die frühere Landeshymne der Schweiz ein…Mit der 6. Sinfonie, die fast 50 Jahre und zwei Weltkriege später entstand, betritt Lauber zögerlich neoklassizistisches Neuland und reflektiert sein langes künstlerisches Leben auf unerwartet filmmusikähnliche Weise. Die Aufnahme entstand im Dezember 2020 im Menuhin Forum Bern, wie immer unter der künstlerischen Aufnahmeleitung von Frédéric Angleraux/ ADCSound.